Nadja
Eher mehr aus Zufall. Der Bruder einer ehemaligen Freundin von mir lud
mich mal zu den Jusos von Hellersdorf-Marzahn ein. Ich ging
unvoreingenommen an die Sache heran. Erst gucken, dann meckern. Falls es
mir nicht gefallen würde, kann ich auch wieder gehen. Die erste Sitzung,
die ich erlebt hatte, war eher langweilig. Ich konnte so einiges nicht
mitverfolgen, drum hatte ich nur auf einem Stück Papier herumgekritzelt.
Aber irgendetwas muss mich überzeugt haben, sonst wäre ich nicht mehr
hier. Ich durchdachte meine politische Einstellung und verglich diese
mit den Jusos. Es hatte gepasst. Ich wollte mit eignen Händen etwas
bewegen und mehr von der regionalen Politik erleben. Das Ganze durfte
aber nicht realitätsfern sein. Hinzukam auch, dass ich mehr vom Bezirk
kennen lernen wollte, da ich erst nach Köpenick hinzugezogen war. Und um
ein soziales Netzwerk innerhalb der Gesellschaft aufzubauen, sollte man
irgendein Hobby anfangen. Meins wurde wohl unteranderem die Jusos. Die
Anläufe waren zwar eher schwierig, ich füllte mich nicht wirklich
abgeholt. Aber aufgrund meiner Faulheit hatte ich nicht schnell genug
die Mitgliedschaft revidiert. Eine Zeit lang bin ich dann nicht zu den
Sitzungen gegangen und war eher rar zu sehen, aber irgendwann wurde ich
abgeholt und seitdem mag ich nicht so schnell wieder weg. Und mal
schauen, wohin mich die Jusos noch so treiben. Ich bin gespannt.













